Abschied von unserem Nekoma
Eine gescheckte Legende ist nicht mehr
Am 5. September 2008 mussten wir unseren Hengst Nekoma aufgrund einer schweren Kolik einschläfern. Neun Jahre war Nekoma in unserem Besitz und wir hatten sehr viel Freude an diesem Ausnahmepferd, das in seiner Jugend als Springpferde in Europa zu den Spitzenpferden gehörte. Seine Eigenleistung im Springsport wurde bis jetzt noch von keinem gescheckten Pferd übertroffen. So nahm er siebenjährig schon am Hamburger Derby teil. Bei Mächtigkeitspringprüfungen hat er mehrmals eine Höhe von 2m30 übersprungen. Auch in der Zucht hat er in Deutschland hervorragende Springpferde, die bis zur Klasse S erfolgreich sind, und fast ein Dutzend Deckhengste hervorgebracht.16-jährig kam er dann zu uns nach Kaindorf, wo wir ihn als Deckhengst aufstellten. Leider wurde er nur sehr wenig benutzt, aber für besondere Liebhaber steht sein Erbgut noch über Gefriersamen zur Verfügung.
Bettina Kenn, die Frau von Jürgen Kenn, der Nekoma im Sport so erfolgreich geritten ist, hat uns einige nette Zeilen geschrieben, die ich hier wiedergeben möchte.
Bettina Kenn:" Nekoma war ein großartiger Sportler und zuverlässiger Freund, der im Laufe seines Lebens recht unterschiedliche Stationen erlebt hat.
1986 sah ihn sein späterer Reiter Jürgen Kenn das erste Mal auf einem nationalen Turnier in Hachenburg. wo Nekoma mit 8,0 eine Springpferdeprüfung gewann. Das Interesse war geweckt, doch war Nekoma zu diesem Zeitpunkt noch unverkäuflich, einige Zeit später und durch für Jürgen Kenn glückliche Umstände wurde er dann doch an ihn verkauft. "Nekoma war stets gut gelaunt und extrem leistungsbereit; so hat er mich siebenjährig in Aachen - nachdem er im ersten Umlauf eine 2 Meter hohe Mauer nur leicht touchierte – im zweiten Umlauf fast aus dem Sattel katapultiert" erinnert sich Jürgen Kenn, "er wusste immer, wenn es ernst wurde. So benahm er sich beispielsweise bei der Begegnung mit Stuten, wie es sich für einen ordentlichen Hengst gehörte; beim Reiten spielte das aber keine Rolle mehr und er war ganz Profi."
Gerade aufgrund seiner auffälligen äußeren Erscheinung hatte Nekoma bald eine große Fangemeinde. Die erwarteten frotzelnden Sprüche blieben aus, denn so außergewöhnlich sein Aussehen war, so außergewöhnlich war auch seine Leistungsbereitschaft.
Nach Beendigung seiner reitsportlichen Karriere gab Jürgen Kenn den Hengst schweren Herzens ab und so landete er schließlich in Österreich bei der Hengststation Hauptmann. "Ein schöneres Plätzchen hätte sich Nekoma nicht aussuchen können, denn auch als seine internationale sportliche Laufbahn beendet war, wurde er hier fachmännisch und liebevoll umsorgt. Bei unserem Besuch im März 2005 in Kaindorf haben Alois Hauptmann und ich übereinstimmend festgestellt: Nekoma hat seine Besitzer stolz gemacht. Er wird immer in unserer Erinnerung bleiben."
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